„Schreib doch mal was über Remote Working & Home Office…!“

Genau so müssen sich Rockstars fühlen, wenn Ihnen die Plattenfirma irgendwelche Songs von kommerziellen Schreiberlingen unterjubeln möchte und sie in ihrer Kreativität beschnitten werden. Gut möglich, dass ich es gerade ein wenig übertreibe. Aber hey, wenn mich meine Kollegen zum Bloggen zwingen und mir das Thema „Remote Working & Home Office“ vorgeben, dann müssen sie mit sowas rechnen. Zudem habe ich auf dieser Bühne hier keine Exklusivrechte und würde gerne mal von jemand anderem lesen. Phaa, das hat gesessen. Aber daran arbeiten wir noch.

"Schreib doch mal was über Remote Working & Home Office...!"

Wofür Remote Working & Home Office?

Widmen wir uns der charmanten Aufforderung, mich dem Thema Remote Working & Home Office anzunehmen und meine eigenen Erfahrungen mit Euch zu teilen. Ich habe mich im Rahmen der Millennial Thematik bereits als Verfechter dieser Möglichkeit geoutet. Nicht, weil es für mich ein unumstrittenes Erfolgskonzept ist. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass jeder Mensch unterschiedlich funktioniert und die Möglichkeit erhalten sollte, sich privaten Umständen anpassen zu können. Das muss nicht immer ein krankes Kind zuhause sein. Es gibt doch nichts stumpfsinnigeres, als einen halben Tag Urlaub zu beziehen, um schnell mal dem Handwerker zuhause die Türe zu öffnen.

Mir ist klar, dass ich nicht der erste bin, der seinen Senf zu diesem Thema gibt. Leider bin ich im Vorfeld fast ausschliesslich auf unreflektierte Artikel im Sinne von „zuhause bin ich im Stande 180% zu leisten“ gestossen. Das deckt sich nur bedingt mit meinen Erfahrungen, weshalb ich, im Speziellen das Thema „Home Office“, kritisch beleuchte.

Herausforderung Home Office

Dass wir als IT Unternehmen von Überall auf eigenen und Kunden-Systeme ohne Sicherheitseinbussen zugreifen können, versteht sich von selbst. Und das dies einiges an Flexibilität und vor allem Qualität in der Kundenbetreuung mit sich bringt, ebenfalls – Stichwort Reaktionszeit.

Mein persönlicher Selbsttest bezieht sich deshalb vielmehr auf die Arbeitsumgebung und deren Einfluss auf meine Produktivität. In meiner Zeit vor MDigital kam ich nie in den Genuss von Home Office oder Remote Work im Allgemeinen. Fairnesshalber muss ich eingestehen, dass ich es auch nie darauf angelegt habe. Bei der Vorstellung an Home Office denke ich unweigerlich an meine Studentenzeit. Und auch wenn der Kühlschrank eher spärlich gefüllt war, fand sich doch stets eine leckere Ablenkung vom Lernen. Also musste ich mir bereits damals eingestehen, dass nur die Schule selbst für mich der richtige Ort zum Arbeiten war. Doch die Zeiten ändern sich und selbst ich habe es geschafft, mir sowas wie Selbstdisziplin anzueignen. Also habe ich mir vorgenommen, nach der Geburt meines Sohnes jeweils einen Tag pro Woche zuhause aus zu versuchen.

Um die Ausgangslage abschliessend zu klären, halte ich folgendes fest: Die Mama bleibt ein halbes Jahr zuhause und hält mir, auch an meinen Home Office-Tagen, den Rücken frei. Das bedeutet, die Bedingungen wären eigentlich optimal. Schaffe ich es nicht den Kleinen zu beruhigen, verweise ich auf meine Arbeit und übergebe die Verantwortung an Mami. Oder ich beriesle ihn mit Baby-Kauderwelsch, wenn ich mich ohnehin nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren kann (oder keinen Bock habe). Und dies geschieht zuhause gefühlt 10mal schneller als im Büro (meine Studentenzeit lässt grüssen).

Remote Working & Home Office: eine Frage der Organisation

Meinem Ziel, möglichst viel von der Entwicklung des Kleinen miterleben zu können, dient das Modell „Home Office“ ungemein. Demjenigen der Durchschlagskraft überhaupt nicht. Und die Erklärung ist ganz einfach: Mir fehlen meine Kollegen. Und dies nicht nur emotionaler, sondern vielmehr in praktischer Hinsicht. Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich Aufgaben auf den Folgetag verschiebe, sobald Fragen auftauche, weil es für mich bequemer ist, im Büro nachzufragen, als mich mühsam durchzutelefonieren. Solche Dinge sind immer typenabhängig, aber da ich meinen Typ nicht ändern kann, ist es nun mal so, dass ich den persönlichen Austausch bevorzuge. Entsprechend habe ich gelernt, dass es Aufgaben gibt, welche sich hervorragend für meinen Papi-Tag eignen und andere hingegen nicht, womit wir bei meiner wichtigsten Erkenntnis angelangt sind.

Wenn ich das Konzept Remote Working resp. Home Office längerfristig für mich anwenden möchte, ist eine laufende Planung meiner Aufgaben unumgänglich. Wenn bei mir also an meinem Papi-Tag der Wecker klingelt, muss ich genau wissen, was zu erledigen ist. Das hilft den Fokus zu halten, mich nicht ablenken zu lassen und effizient zu arbeiten. Umso mehr geniesse ich dann die verdienten Pausenstunden in der ich mich ohne schlechtem Gewissen meiner Familie widmen kann.

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